Transitionen von der Erstausbildung ins Erwerbsleben

Beschreibung

TREE (Transitionen von der Erstausbildung ins Erwerbsleben) ist eine gesamtschweizerische, längsschnittlich angelegte Befragung zum Übergang Jugendlicher von der Schule ins Erwachsenenleben (Transition). Im Zentrum der Untersuchung stehen die Ausbildungs- und Erwerbsverläufe nach Austritt aus der obligatorischen Schule. Die erste Stichprobe (TREE1) umfasst über 6'000 Jugendliche, die im Jahr 2000 am Projekt PISA (Programme for International Student Assessment) teilnahmen und im selben Jahr aus der obligatorischen Schulpflicht entlassen wurden. Die Stichprobe ist national und sprachregional repräsentativ. Eine zweite, in Grösse und Zusammensetzung ähnliche Stichprobe (TREE2) wird ab 2016 längsschnittlich befragt. Damit wird TREE zu einer der weltweit wenigen Multi-Kohorten-Studien ausgebaut, welche kohortenvergleichende Analysen ermöglichen.

Die TREE1-Stichprobe wurde seit 2000 mehrmals nachbefragt, das letzte Mal im Jahr 2014 im durchschnittlichen Alter von rund 30 Jahren. Die Daten der Befragungen 2001-2010 stehen der wissenschaftlichen Gemeinschaft als scientific use files zur Analyse zur Verfügung (siehe Rubrik Daten). Sie gehören zu den fünf meist genutzen sozialwissenschaftlichen Datensätzen der Schweiz. Die Daten der 9. Nachbefragungswelle von 2014 werden im dritten Quartal 2016 veröffentlicht.

Bei TREE handelt es sich methodisch um eine prospektive Längsschnittbefragung auf der Basis von Zufallsstichproben. Sie erfolgt mittels einer Kombination von Telefon-Interviews (CATI) und ergänzenden schriftlichen Befragungsinstrumenten (CASI, Paper & Pencil). Die Befragungsinstrumente zielen zum einen darauf ab, die Ausbildungs-, Erwerbs- und übrigen biografischen Verläufe der Befragten möglichst detailliert nachzuzeichnen (monatsgenaue Rekonstruktion). Zum anderen werden die Verlaufsdaten mit einem umfangreichen Set von Kontext-Daten angereichert (Einzelheiten vgl. "Konzepte und Skalen")

Seit 2008 wird TREE als sozialwissenschaftliche Dateninfrastruktur hauptsächlich durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert. Das Forschungsprojekt ist seit 2015 an der Universität Bern angesiedelt. Die strategische Gesamtverantwortung nehmen Prof. Dr. Ben Jann (Institut für Soziologie), und Prof. Dr. Rolf Becker (Abt. Bildungsoziologie des Institutes für Erziehungswissenschaften) wahr, zusammen mit Prof. Dr. Christian Imdorf (Förderprofessur am Institut für Soziologie sowie Seminar für Soziologie der Universität Basel).